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Aktuelles

Dezember 2017

Wir wünschen ruhige Feiertage und einen angenehmen Jahreswechsel!

Rückenwind © karin Dammers

Rückenwind - Druck: Karin Dammers

04.08.2017

Der Wasserhaushalt von Salzwiesen erscheint nur auf den ersten Blick wie ein offenes Buch. Bei genauerer Betrachtung ergeben sich gerade bei der Renaturierung von jahrzehntelang begrüppten Salzwiesen viele Fragen und kaum verlässliche Antworten. Um einige dieser Fragen vielleicht zu klären (und dabei auf viele neue Fragen zu stoßen), haben wir eine Studie begonnen, die den Einfluss von Überflutungshäufigkeit und -dauer auf Bodenfeuchte und Vegetationsentwicklung in einer renaturierten Salzwiese im Norderneyer Ostheller beleuchten soll. In Kooperation mit Dr. Gerwin Meijer wurde heute eine Station zur Aufzeichnung der Tidescheitelkurven eingerichtet, die demnächst um weitere Sonden zur Bodenfeuchtemessung ergänzt wird. Eine Erläuterung des Versuchsaufbaus finden Sie hier. Eine deutsche Übersetzung steht weiter unten. Die Arbeiten erfolgen im Rahmen eines von der Nationalparkverwaltung zugelassenen Forschungsvorhabens.

Dr. Gerwin Meijer an der Gezeitenmessanlage

Da die Messungen bis in den November fortgesetzt werden sollen, müssen die Geräte oberhalb der zu erwartenden Sturmflutwasserstände angebracht werden.

Quelle: http://gerwinmeijer.nl/actueel.php

Gezeitenmessung in der Salzwiese

Im Rahmen eines Renaturierungsprojekts habe ich gemeinsam mit Willem Linders einen Gezeitenmesser auf dem Ostheller Norderney eingerichtet. Die Vorrichtung ist eine Eigenentwicklung. Sie besteht aus einem Datenlogger, der die Messdaten im Intervall von einer Minute abspeichert. Der Abstandssensor zur Ermittlung der Wasserspiegelhöhe basiert auf Ultraschallsignalen, arbeitet also ähnlich wie eine Fledermaus. Der Datenlogger ist mit einem kleinen Solarpanel ausgestattet. Der tägliche Energieverbrauch kann mit ein bis zwei Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag sichergestellt werden. Dabei ist im Prinzip ein Dauerbetrieb gewährleistet. Zusätzlich zu dem Gezeitenmesser werden in Kürze zwei weitere Sensoren angeschlossen, um die Bodenfeuchtigkeit zu erfassen. Die Untersuchung zielt darauf ab, Fragen über die Wirkung der bisherigen Maßnahmen auf die Entwicklung der Vegetation zu beantworten.

Dezember 2016

Wir wünschen ruhige Feiertage und einen angenehmen Jahreswechsel!

Ablagerung - Umbruch - Aufbau © karin Dammers

Ablagerung - Umbruch - Aufbau - Druck: Karin Dammers

23.07.2016

Der Hafen Norddeich war Schauplatz einer ungewöhnlichen Untersuchung. Im Zuge der künftigen Hafenentwicklung durch Niedersachsen Ports soll der alte Wellenbrecher westlich der Mole entfernt werden. Vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, bildet er eines der ältesten noch vorhandenen Hartsubstrate im ostfriesischen Küstenbereich. Derartige Bauwerke können für spezialisierte Flechtenarten von erheblicher Bedeutung sein. Aus diesem Grunde ist der alte Wellenbrecher am 23. Juli durch die Experten Dr. Matthias Schultz (Hamburg) und Dr. Ulf Schiefelbein (Rostock) einer detaillierten Analyse der Flechtenflora unterzogen worden. Da das Bauwerk ohne Landverbindung mitten im Hafenbecken liegt, leistete die Freiwillige Feuerwehr Norden freundliche Unterstützung und sorgte für ein sicheres Übersetzen.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Norden organisieren die Überfahrt zum alten Wellenbrecher

Dr. Matthias Schultz und Dr. Ulf Schiefelbein untersuchen die Flechten des alten Wellenbrechers im Hafen Norddeich

26.05.2016

In den Gemeinden Ihlow und Moormerland wurde die Flechte Normandina pulchella (Borrer) Nyl. im Rahmen eines Kartierungsprojektes an zwei Stellen nachgewiesen. Es handelt sich um Neufunde der Art, die zuletzt von Heinrich Sandstede vor über 100 Jahren am Zwischenahner Meer festgestellt worden war. Seitdem fehlten Nachweise für Nordwest-Niedersachsen. Die als Schönes Muschelschüppchen oder im Niederländischen als Hamsteröhrchen bezeichnete Art kommt an sehr luftfeuchten Standorten an Baumrinden oft über Moosen vor. Nach starkem Rückgang in den 1970er Jahren wird in den Niederlanden eine Erholung der Bestände beobachtet. In der niedersächsischen Roten Liste gelten Bestände der unscheinbaren Art als vom Aussterben bedroht.

Normandina pulchella

Ca. 1 cm großes Lager von Normandina pulchella an einem Bergahorn in der Gemeinde Moormerland (Aufnahme vom 24.05.2016)

29.03.2016

Das umfangreiche Flechtenherbar von Uwe de Bruyn hat jetzt in der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt/Main einen würdigen Platz gefunden. Die für Nordwestdeutschland aktuell wohl bedeutendste Sammlung von Flechten steht der wissenschaftlichen Forschung damit dauerhaft zur Verfügung.

Uwe de Bruyn bei der Flechtenuntersuchung

Uwe de Bruyn bei der Flechtenuntersuchung des Deckwerks am Hafen Norderney beim GEO-Tag der Artenvielfalt (13.06.2009)

18.02.2016

Heute konnte Phase 2 zur Umgestaltung des Osthellers auf Norderney (siehe Info vom 14.08.2015) mit der Luftbilddokumentation beendet werden. Die durch Ludwig Freytag ausgeführten Bauarbeiten waren bereits im Dezember abgeschlossen worden. Von der Entwicklung des Gebiets sind wichtige Erkenntnisse für die weitere Renaturierung von Salzwiesen zu erwarten.

Umgestaltung nach Abschluss der Bauarbeiten (georeferenziertes Luftbild vom 18. Februar 2016)

15.01.2016

2015 wurden zwei wichtige Untersuchungen zum Monitoring stark gefährdeter bzw. vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten abgeschlossen. Im Rahmen einer bundesweiten Studie zu genetischen Erhaltungsgebieten von vier Wildselleriearten war ein Teilgebiet im Bundesland Nordrhein-Westfalen bearbeitet worden. Die bereits seit 2002 in Land Niedersachsen laufende Beobachtung der Wuchsorte des Schwimmenden Froschkrauts konnte grundlegend aktualisiert werden.

Helosciadium repens (Kriechender Sellerie), eine bundesweit vom Aussterben bedrohte FFH-Anhang II-Art

11.01.2016

Der im Oktober 2015 fertiggestellte erste Bauabschnitt zur Renaturierung des Campener Vorlands unterliegt seit einem Vierteljahr dem Einfluss erhöhter Tidewasserstände. Die Entwicklungen in der Fläche werden laufend ausgewertet und bei der Weiterführung des Vorhabens berücksichtigt.

Vorland nach zweimonatigem Tideeinfluss (Luftbild vom 08.12.2015)

Dezember 2015

Wir wünschen ruhige Feiertage und einen angenehmen Jahreswechsel!

SonnenMond - Mantel © karin Dammers

SonnenMond - Mantel - Druck: Karin Dammers

20.11.2015

Heute vor 10 Jahren ist Eduard von Toll im Alter von 100 Jahren gestorben. Seit 1962 war er 25 Jahre lang als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter des Landkreises Leer tätig. In der Zeit vor Einrichtung eines eigenständigen Naturschutzamtes Anfang der 1980er Jahre oblag ihm ein wesentlicher Teil der fachlichen Naturschutzarbeit im Kreisgebiet. Für diese Arbeit wurde er 1985 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Auch ecoplan konnte in der Anfangsphase des Büros von seinen profunden regionalen Kenntnissen profitieren. Im Zuge der Erstellung des Landschaftsentwicklungsplans Leda-Jümme-Niederung wertete Eduard von Toll seine Tagebücher aus und stellte uns umfangreiche Vogelbeobachtungen in diesem Gebiet zur Verfügung. Auch wenn seine Untersuchungen erst einige Jahre nach dem Ende der winterlichen Überschwemmungen der Niederung begannen, vermitteln die Daten einen kleinen Eindruck ihres früher legendären Vogelreichtums. Noch in den 1960er Jahren wies das Gebiet trotz laufender Flurbereinigungsmaßnahmen für zahlreiche Vogelarten eine hohe Attraktivität auf, wenn nach stärkeren Niederschlägen einzelne Flächen unter Wasser standen. Spießente und Zwergschwan erreichten dann nach heutigen Kriterien international bedeutsame Bestände, Uferschnepfe und Kampfläufer waren in national bedeutenden Individuenzahlen vertreten. Eduard von Toll appellierte damals eindringlich an die Verantwortlichen:

"Aus den oben erwähnten Beobachtungen sollte man, noch ehe es zu spät ist, die Nutzanwendungen ziehen, um den Wasservögeln in ihrem ehemaligen Überwinterungsgebiet neue Möglichkeiten zu schaffen, indem man bestimmte Flächen für die Wintermonate regelmäßig unter Wasser setzt. Sind erst die Kultivierungsmaßnahmen im Leda-Jümme-Gebiet abgeschlossen, wird sich in dieser Hinsicht nichts mehr machen lassen. Heute gibt es noch Randgebiete, die noch nicht kultiviert sind und mit verhältnismäßig geringen Mitteln zu Rast- und Überwinterungsplätzen für Wasservögel hergerichtet werden könnten. Der Erfolg wird, wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, nicht auf sich warten lassen" (Beiträge zur Naturkunde Niedersachsens 17 Jg., S. 17 - 18, 1964).

Leider verhallten seine Worte in den damaligen Amtsstuben ungehört. Das Thema ist somit auch nach mehr als einem halben Jahrhundert noch auf der Tagesordnung und verlangt nach einer Lösung. Mit der Aufnahme in die Liste der "Important Bird and Biodiversity Areas" ist die Leda-Jümme-Niederung faktisches Vogelschutzgebiet, jedoch (noch) nicht Teil des Netzwerkes Natura 2000. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Zustand bald der Vergangenheit angehört und die Lücke im Netz der ostfriesischen Vogelschutzgebiete geschlossen wird.

10.09.2015

Eine neue Salzwiese im bisher hoch aufgespülten Campener Vorland nimmt langsam Gestalt an. Mit der Sandgewinnung für den gleichzeitig erfolgenden Deichbau nördlich des Leuchtturms werden die Voraussetzungen für eine naturnahe Profilierung des Geländes geschaffen. Nach Abschluss der Bauarbeiten durch die Arbeitsgemeinschaft Herfeld/Jeschke kann der erste Bauabschnitt ab Oktober der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Bis zum Jahr 2017 soll die Salzwiesengestaltung eine Fläche von ca. 18,5 ha Größe umfassen.

Das künstliche Vorland war in den 1980er Jahren in Zusammenhang mit der Ausbaggerung des Ems-Fahrwassers aufgespült worden. Aufgrund seiner Höhe über dem mittleren Hochwasser und der daraus resultierenden Ruderal- und Gehölzvegetation entspricht es nicht den Schutzzielen der Ruhezone I/2 "Rysumer Nacken" des Nationalparks.

Die Renaturierungsmaßnahme erfolgt im Auftrag der Deichacht Krummhörn in enger Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. Die Bauleitung wird durch den NLWKN - Betriebsstelle Aurich - wahrgenommen.

Salzwiesengestaltung im Campener Vorland

Salzwiesengestaltung im Campener Vorland (Luftbild vom 10.09.2015)

14.08.2015

Mitte August wurden die Bauarbeiten zur weiteren Renaturierung des Norderneyer Osthellers aufgenommen. Damit können die bereits im Jahr 2008 begonnenen Maßnahmen im Auftrag der TenneT Offshore GmbH nunmehr auf einer Fläche von 66 ha umgesetzt werden. Mit der Bauausführung wurde die Firma Ludwig Freytag (Oldenburg) beauftragt. Nähere Informationen sind einem Informationsfaltblatt des Vorhabenträgers zu entnehmen.

Renaturierung Ostheller

Umgestaltung des Entwässerungssystems im Bereich ausgedehnter Queckenfluren

16.02.2015

Die Leda-Jümme-Niederung ist wieder in den Schlagzeilen (Ostfriesen-Zeitung vom 14.02.2015). Wir nehmen dies zum Anlass, ein Projekt aus den 1990er Jahren vorzustellen, mit dem versucht worden war, die heute von verschiedenen Seiten beklagten Defizite zum Thema zu machen.

Störche im Feuchtgrünland

Der Weißstorch, ein früherer Charaktervogel der Leda-Jümme-Niederung (Bild aus den 1990er Jahren)

13.02.2015

Am 6. Februar ist unser Freund und langjähriger Kollege Uwe de Bruyn völlig überraschend gestorben. Wir sind bestürzt und traurig. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau Astrid und seinen beiden Söhnen.

Sein Tod hinterlässt auch in fachlicher Hinsicht eine Lücke, die in absehbarer Zeit wohl nicht geschlossen werden kann. Die namentlich durch ihn geleistete Erforschung der Flechtenflora zwischen Ems und Weser hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegende Kenntnisse über diese für Biodiversität und Bioindikation gleichermaßen bedeutsame Pflanzengruppe erbracht.

Wir wollen auch künftig dazu beitragen sein Andenken als Mensch und Wissenschaftler zu bewahren.

15.12.2014

Wir wünschen ruhige Feiertage und einen angenehmen Jahreswechsel!

Übergang © karin Dammers

Übergang - Druck: Karin Dammers

Die Weihnachtskarten der Bürogemeinschaft ecoplan werden seit 2006 von Karin Dammers gestaltet. Wir haben eine Sammlung zur Übersicht angelegt.

14.02.2014

Vor etwa einem Jahr hatten wir auf dieser Seite notiert, dass es mit der Kompensationsmaßnahme Norddeich-Radio offenbar nicht zum Besten steht. Nun können wir erfreut mitteilen, dass die wahrscheinliche Ursache der niedrigen Wasserstände gefunden wurde und die nötigen Schritte zur Wiedervernässung eingeleitet werden. Es ist zu hoffen, dass die Maßnahmen schnell wirken, genug Regen fällt und wir bald an dieser Stelle von einem erfolgreichen Verlauf berichten können.

Niedrige Wasserstände auf der Kompensationsmaßnahme

Niedrige Wasserstände (hier im August 2013) gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an.

29.07.2013

Eine kurze Bauverzögerung am Deich bei Manslagt wurde von einem Wiesenweihenpaar dazu genutzt, mit dem Nestbau in unmittelbarer Nähe des Bauzauns einer Kabelbaustelle der EWE Netz GmbH zu beginnen. Da die bevorstehende Wiederaufnahme der Bautätigkeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Gelegeverlust geführt hätte, wurden durch die Baufirma detailliert abgestimmte Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt. Tatsächlich suchte das Paar daraufhin einen Nistplatz in etwa 100 m Abstand von der Baustelle auf, wo die Brut erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Weitere Informationen: http://www.wiesenweihen.com/aktuelles.html

© Sabine Baum

Drei junge Wiesenweihen im Nest nahe der Kabelbaustelle © Sabine Baum

23.11.2013

In der jüngsten Veranstaltung der NNA zur Umweltbaubegleitung am 08.10.2013 wurde auch über aktuelle Erfahrungen mit Leitungsverlegungen im Wattenmeer berichtet. Für alle, deren geplante Teilnahme der schnellen Ausbuchung zum Opfer gefallen ist, gibt es nun einen neuen Termin: Am 03. April 2014 wird die Veranstaltung in Schneverdingen wiederholt.

Verlegeeinheiten im Wattenmeer

Verlegeeinheiten im Wattenmeer (Juli 2013)

18.06.2013

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Bundesnetzagentur zum Thema "Umweltauswirkungen des Netzausbaus in der Nord- und Ostsee" in Bremen berichtete ecoplan über technische Entwicklungen zur Verbesserung der Umweltbilanz von Kabellegungen im Wattenmeer. Der Beitrag kann als pdf auf der Seite der Bundesnetzagentur heruntergeladen werden.

11.01.2013

Es ist kaum mehr zu übersehen:
Die Kompensationsmaßnahme Norddeich Radio entwickelt sich nicht planmäßig.

Siehe dazu die Notiz vom 14.02.2014.

30.08.2012

Mikrokopter vor dem Watt-Einsatz

Mikrokopter vor dem Watt-Einsatz

Bestandserfassungen im Schlickwatt sind zeitraubend, anstrengend, mitunter gefährlich und oft ist der Erfolg gering, weil die Zeit fehlt, sich einen großräumigen Überblick zu verschaffen. Nach verschiedenen Ausbläsern und umfangreichen Bootsbewegungen bei einer Horizontalbohrung an der Krummhörner Küste waren im Rahmen der naturschutzfachlichen Begleitung des Projekts Kartierungen des Schadensumfangs erforderlich. Da wesentliche Teile des betroffenen Gebiets praktisch unzugänglich waren, wurde versucht, mit Fotoflügen ergänzende Daten zu sammeln. Hierbei ist eine große Anzahl sehr hilfreicher Aufnahmen entstanden. Ergänzend ist auch ein Mikrokopter mit einer hoch auflösenden Kamera über den Wattflächen eingesetzt worden. Fachleute haben es möglich gemacht, das Untersuchungsgebiet kurzfristig zu befliegen und einen flächendeckenden Luftbilddatensatz von bemerkenswerter Schärfe zu erzeugen. Bei der Auswertung ergaben sich wertvolle Details im Bereich der Wattflächen (aber auch im Baustellenbereich), die bis dahin nicht bemerkt worden waren und die für die Bewertung des Vorhabens von Bedeutung sein werden. Erfreulich war weiterhin, dass die nahrungssuchenden Vögel sich von dem kleinen Hubschrauber nach dem Start nicht mehr beeindrucken ließen. In der Aufnahme-Flughöhe stellte er keinen erkennbaren Störfaktor dar - ganz anders als Flugzeuge, die in dieser Höhe eingesetzt werden.

21.04.2012

BoDo Installer vor Norderney © HW Linders

BoDo-Installer am Norderneyer Seestrand

Mit der Anlandung des Seekabels auf Norderney begann heute die seewärtige Verlegung der Netzanbindung BorWin 2. Bei günstigen Wasserständen konnte das Verlegeschiff BoDo-Installer nahezu punktgenau die geplante Position am Strandbad Oase erreichen.

08.04.2012

Rohrweihe im Bereich der Gasleitung © Sabine Baum

Rohrweihe im Bereich der Gasleitung © Sabine Baum

Im EU-Vogelschutzgebiet V04 "Krummhörn" muß eine im Jahr 1975 verlegte Ferngasleitung kurzfristig repariert werden. Da die Arbeiten keinen Aufschub dulden, ist bereits vor Beginn der Brutzeit 2012 mit umfassenden Bautätigkeiten begonnen worden. Innerhalb des Baubereichs befinden sich wertvolle Brutgebiete, die vor negativen Einflüssen geschützt werden müssen. Open Grid Europe als Betreiber der Leitung hat deshalb ecoplan mit der Wahrnehmung der naturschutzfachlichen Beratung und Baubegleitung innerhalb des Vorhabens beauftragt. Die Bauarbeiten werden von Bohlen & Doyen (Wiesmoor) ausgeführt.

07.03.2012

Die EWE-Netz GmbH (Oldenburg) wird im Jahr 2013 ein neues Stromkabel zwischen dem Festland bei Manslagt und der Insel Borkum verlegen (siehe auf EWE NETZ: "Neue Leitung für die Insel: EWE NETZ gestaltet die Stromversorgung Borkums neu"). Bereits im April 2012 soll auf Borkum mit der Verlegung eines Schutzrohrs begonnen werden, durch das die Leitung sicher angelandet werden kann. Im Sommer folgt dann eine Schutzrohrverlegung an der Krummhörner Küste. Beide dazu nötigen Horizontalbohrungen werden durch ecoplan naturschutzfachlich betreut werden.

Muschelbänke im Borkumer Watt

Durch eine lange Horizontalbohrung können die Muschelbänke im Borkumer Watt vollständig erhalten werden

06.12.2011

Verlegeverfahren, Übersicht

Stand der Technik bei Leitungsverlegungen im Watt

Im vergangenen Sommer ist erstmals ein neu entwickeltes Vibrationsschwert zur Verlegung von Stromkabeln im Wattenmeer eingesetzt worden. Nach Auswertung des naturschutzfachlichen Begleitmonitorings des Projekts BorWin 2 ist festzustellen, daß gegenüber bisher eingesetzten Verfahren wesentliche Fortschritte bei der Reduzierung baubedingter Schäden erreicht werden konnten.

Auch wenn in Zusammenhang mit der Manövrierung der Verlegeeinheiten verschiedene Beeinträchtigungen des Wattbodens entstanden sind, können die eigentlichen Wirkungen der Kabelerlegung als sehr gering bezeichnet werden. Durch die Vibrationstechnik sind Bodenumlagerungen vollständig vermieden worden. Bodenverdichtungen durch Kettenfahrzeuge sind nur punktuell aufgetreten, so daß Schädigungen des Makrozoobenthos ebenso wie Strömungsveränderungen weitgehend ausgeblieben sind.

Unter der Voraussetzung, daß die Steuerung der Verlegebarge weiter verbessert und Schädigungen des Wattbodens durch Schiffsantriebe weiter minimiert werden, kann der Einsatz des Vibrationsschwertes im Eu- und Sublitoral unter ökologischen und technischen Aspekten als künftiges Standardverfahren angesehen werden. Andere Techniken sollten künftig nur noch in definierten Sonderfällen zum Einsatz kommen, um die Belastung des Nationalparks durch derartige Vorhaben weiter zu begrenzen.

09.11.2011

Am 09.11.2011 fand die Auftaktveranstaltung zur Aufstellung des Gewässerentwicklungsplans für die Soeste statt. In den Räumen der Friesoyther Wasseracht waren 14 Vertreter von Behörden, Verbänden und Trägern öffentlicher Belange zu einem ersten Informationsaustausch zusammengekommen.

Die Soeste ist mit einer Länge von ca. 72,5 km eines der prägenden Fließgewässer des Landkreises Cloppenburg. Das Gewässer hat aufgrund seiner Verbindungsfunktionen landesweite Bedeutung und soll deshalb vorrangig nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie entwickelt werden. Die Friesoyther Wasseracht hat ecoplan mit der Durchführung dieser Planung beauftragt.

22.03.2011

Im Rückseitenwatt von Norderney ist der Testlauf eines neuen Verfahrens zur Verlegung von Seekabeln in flachen Wattgebieten erfolgreich abgeschlossen worden. Um die Stromkabel für Offshore-Windparks künftig mit noch geringeren Beeinträchtigungen in den Wattboden einbringen zu können, hat die Firma Bohlen & Doyen (Wiesmoor) ein neuartiges Vibrationsschwert entwickelt und gebaut. Mit dem Gerät sollen die Vorteile des bisher verwendeten Vibrationskabelpflugs genutzt, darüberhinaus aber jegliche Verdichtungen der empfindlichen Wattböden vermieden werden. Die Versuche wurden durch ecoplan naturschutzfachlich begleitet und ausgewertet.

Ponton JD1 mit Vibroschwert im Sandwatt

Ponton JD1 mit Vibroschwert im Sandwatt

Unmittelbar nach dem Trockenfallen der Teststrecke wurden die durch das Schwert hervorgerufenen Spuren untersucht und dokumentiert. Im Bereich der Verlegestrecke war nur eine schmale und flache Rinne sichtbar. Unmittelbar neben dieser Mulde war der Boden fest und offenbar ungestört. Die Wirkungsbreite lag damit deutlich unter 1 m. Gegenüber den bisher erforderlichen Arbeitsbreiten von mindestens ca. 10 m ergibt sich eine deutliche Reduzierung des Störungsumfangs.

Geschlossener Verlegespalt wenige Stunden nach dem Testlauf

Geschlossener Verlegespalt wenige Stunden nach dem Testlauf

Aufgrund geringer Wasserstände durch anhaltende Ostwinde war es nicht möglich, auch im Misch- oder Schlickwatt einen Testlauf durchzuführen. Die Befunde lassen jedoch vermuten, daß es auch dort nur zu sehr geringen Wirkungen gekommen wäre. Nach diesem ersten Test, der noch ohne die Verlegung eines Kabels durchgeführt wurde, kann festgestellt werden, daß das Vibrationsschwert eine naturschutzfachlich sehr vorteilhafte Alternative zu bekannten Verlegeverfahren sein kann. In den kommenden Wochen soll das Verfahren unter Praxisbedingungen weiter getestet und verbessert werden.

13.03.2011

Neue Kartierergebnisse zu Pflanzenvorkommen an niedersächsischen Kleingewässern konnte Ulrich Meyer-Spethmann beim diesjährigen Botanikertreffen im Landesmuseum in Hannover vorstellen. Die Folien des Vortrag können Sie hier herunterladen (pdf-Datei, ca. 3,91 MB). Informationen zum Programm "Kleingewässer für bedrohte Pflanzen" erhalten Sie hier auf den Seiten des NLWKN.

07.02.2011

EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Naturschutz verfolgen im Bereich der Oberflächengewässer ähnliche Zielsetzungen. Gleichwohl unterscheiden sich die Instrumente beider Disziplinen vielfach so erheblich, dass in der praktischen Anwendung zahlreiche Fragen entstanden sind.

Im Auftrag der Gebietskooperationen Leda-Jümme, Hase und Untere Ems wurde deshalb eine Untersuchung durchgeführt, mit der bestehende Schnittstellen zwischen WRRL und Naturschutz ermittelt und gleichzeitig mögliche Grenzen einer Kooperation identifiziert werden sollten. Im Vordergrund stand dabei die Frage, inwieweit mit dem gezielten Einsatz naturschutzrechtlicher Kompensationsmaßnahmen auch ein Beitrag zur Verbesserung des ökologischen Zustands im Sinne der WRRL geleistet werden kann. Diese Fragen werden schwerpunktmäßig im Hinblick auf die besonderen natürlichen und landeskulturellen Bedingungen in Teilen des Einzugsgebiets der Ems behandelt.

Die Studie ist im Januar 2011 fertiggestellt worden und kann hier heruntergeladen werden.

03.09.2010

Im zweiten Jahr nach den Baumaßnahmen zur Renaturierung des Norderneyer Osthellers hat sich bereits wieder eine geschlossene Pflanzendecke gebildet, in der Queller-Gesellschaften dominieren. Die Sukzession wird mit Hilfe von ca. 50 Vegetations-Dauerflächen kontrolliert. Erste Ergebnisse über den Erfolg der Maßnahme werden in ca. 2 Jahren vorliegen.

01.09.2010

Die technischen Hauptarbeiten (Ludwig Freytag, LMR-Drilling, TAGU) für die Netzanbindung BorWin 2 im Auftrag der transpower offshore gmbh wurden mit dem Einzug des letzten Schutzrohres im Nationalpark erfolgreich und termingerecht abgeschlossen.

Die naturschutzfachlichen Auswertungen des Projekts werden noch bis zum Jahresende andauern.

17.06.2010

Dem Bauunternehmen Bohlen & Doyen ist es im Rahmen der Erneuerung einer Gasleitung erstmals gelungen, eine Horizontalbohrung im Nationalpark unter den Bedingungen des Null-Einleitungskonzepts zu realisieren. Die Arbeiten im Tidebereich südlich der Insel Norderney erfolgten im Auftrag der EWE Netz GmbH. Durch Einrichtung eines weitgehend geschlossenen Spülungssystems auf einem Seeponton sowie umfangreiche Vorsorgemaßnahmen konnten Stoffeinträge in das Wattenmeer vollständig vermieden werden. Die weiteren Arbeiten des noch laufenden Projekts werden durch ecoplan naturschutzfachlich begleitet.

05.02.2010

Die transpower offshore gmbh erteilte den Auftrag, die bauliche Umsetzung der Netzanbindung BorWin2 für verschiedene Offshore-Windparks im Bereich des Wattenmeers naturschutzfachlich zu begleiten. Damit besteht die Möglichkeit, weiter an der Verbesserung der Verlegetechniken mitzuwirken und unvermeidbare Beeinträchtigungen in Kooperation mit den Baufirmen weitmöglich zu begrenzen.